Südbadischer Sportschützenverband e.V.

Ein Verband stellt sich vor


Die Geschäftsstelle

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Chronik
 

Der Südbadische Sportschützenverband e.V.

Gemessen am ehrwürdigen Alter einer stattlichen Zahl südbadischer Schützengesellschaften ist unser Verband relativ jung an Jahren. Gibt es doch bei uns Mitgliedsvereine mit einer Tradition über viele Jahrhunderte, so die älteste südbadische Schützenvereinigung: die Schützengesellschaft von 1293 in Freiburg.

Verständlich, wenn solche historischen Vereinigungen nach einer Dachorganisation drängten. Dies um so mehr, nachdem ihre Zahl ständig zunahm. So entstand im Jahre 1861 zu Gotha der Deutsche Schützenbund.

Am 14. April 1862, also nur ein Jahr danach, kam es zur Gründung des "Oberrheinischen Schützenbundes"; wenig später wurde er in "Badischer Schützenbund" umbenannt. Als 1873 sich auch Vereine aus der Pfalz anschlossen, entstand der "Landesverband Baden-Pfalz-Mittelrhein" und nach wieder Trennung von den Pfälzer Schützen in 1891 der "Badische Schützenverein".

Aus diesem ging am 15. April 1951 der "Badische Sportschützenverband e.V." hervor. Julius Becker aus Heidelberg und Walter Gehmann aus dem südbadischen Müllheim zählten zu den Gründern.

Die angestrebte einheitliche Entwicklung des gesamtbadischen Verbandes verlief im sportlichen Bereich uneingeschränkt positiv, wurde jedoch in der Folge leider nachteilig dadurch beeinflusst, dass sich in dem durch die Besatzungsmächte geteilten Land Baden zwei getrennte Sportbünde mit ganz unterschiedlichen Strukturen gebildet hatten, wie sie auch heute noch bestehen. Für die südbadischen Schützen führte diese Situation zwangsläufig dazu, Mitglied des Badischen Sportbundes Freiburg zu werden, nachdem alle Bemühungen um eine andere Regelung scheiterten.

Am 27. Januar 1952 wurde dann im "Hotel Schützen" in Donaueschingen der "Südbadische Sportschützenverband e.V." gegründet. Zum ersten Landesschützenmeister wählte man den Oberschützenmeister der Konstanzer Schützengesellschaft, Alfred Riedle.

Am 1o. Juni 1952 erfolgte die Verbandsaufnahme als Anschlussmitglied im Badischen Sportbund Freiburg.

Trotz dieser erzwungenen Gründung wurden noch über einige Jahre hinweg gesamtbadische Landesmeisterschaften veranstaltet, bis diese vom Deutschen Schützenbund für nicht mehr zulässig erklärt wurden.

Die ersten Jahre nach der Gründung waren geprägt von diesen besonderen Umständen, aber auch durch die unterschiedlichen Ausdrucksformen des Schützenwesens im Rheintal, dem Schwarzwald und am Bodensee. Hier haben sich die ersten Landesschützenmeister Alfred Riedle (Konstanz), Heinrich Kirsch (Freiburg) und Hermann Kiesele (Lahr) trotz ihrer jeweils kurzen Amtszeit in hohem Maße verdient gemacht.

Die Entwicklung des Verbandes drückt sich auch in den Mitgliedszahlen aus:

Hat man 1952 mit knapp 7oo begonnen, so waren es zum Zeitpunkt des 1o-jährigen Jubiläums am 23.o9.1962 in Konstanz schon über 6.ooo, 1965 über 1o.ooo, 197o über 15.ooo Mitglieder in unseren Vereinen.

Und auch die folgenden Verbandsvorsitzenden, Wolfgang Neuß (Hornberg) und Adalbert Schneider (Hüfingen) haben sich mit großem Engagement ihrer Aufgabe gestellt. In besonderem Maße aber der langjährige Landesschützenmeister Otto Schneider, der über seine Verbandsaufgaben hinaus auch als Präsidialmitglied im Deutschen Schützenbund wirkte. 

Im Spätjahr 1987 trat Walter Ermisch (Endingen) die Verbandsführung an und übernahm einen gut strukturierten Verband von nahezu 290 Vereinen mit etwa 30.oooMitgliedern.
Die folgende Zeit war geprägt von wachsendem Teamgeist Sportler/Funktionär und von der Solidarität Vereine/Verband, aber auch von einem immer stärker notwendigen Bemühen um verständnisvolle Zusammenarbeit mit den Ministerien wie den Behörden vor Ort auf manchem Problemfeld.

Derzeit zählt der Südbadische Sportschützenverband e.V. etwa 36.ooo Mitglieder in seinen nahezu 3oo Vereinen in dem Dreieck Rastatt - Lörrach - Meersburg und steht seit 2001 unter der Führung seines Präsidenten Peter Bleich (Sinzheim).

Gleich zu Beginn der 50-er Jahre nahm man zu den Nachbarn in Vorarlberg, in der Nordschweiz und im Elsaß wieder Verbindung auf, die bald zu regelmäßigen Vergleichskämpfen führten und die heute noch fester Bestandteil sind in unserem sportlichen Jahresprogramm. Darüber hinaus finden seit nunmehr 25 Jahren regelmäßig deutsch-französische Begegnungen statt mit dem Regionalverband Dauphine-Savoie, mit Vergleichskämpfen und einer Begegnungswoche der Schützenjugend.

Die satzungsgemäßen Meisterschaften des Verbandes und seiner Gliederungen, die alljährliche Teilnahme zahlreicher Südbadischer Schützen an den Deutschen Meisterschaften und das Erringen hervorragender Plätze, zeugen von der sportlichen Aktivität in unseren Vereinen.

Besondere Impulse erhielten unsere Bemühungen durch herausragende sportliche Erfolge, vor allem durch den Gewinn von zwei Weltmeistertiteln durch Karl Wenk (Brombach) im Jahr 1962 in Kairo, die VizeWeltmeisterschaft von Heinz Weißenberger (Tiengen) im Jahr 1974 in der Schweiz, 1978 Mannschafts-Weltmeister in Korea, wie auch die erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen 1964-Tokio mit Karl Wenk, 1968-Mexiko-City mit Karl Wenk und Erich Gehmann (Konstanz), 1984-Los Angeles mit Alfred Radke (Tiengen) Waltraud Weissenberger (Offenburg) sowie Doris Haas und Harry Wittig (beide Berghaupten).

Mit Fritz Zimmermann (Rheinfelden) stellte Südbaden den im Jahr 1955 erstmals proklamierten Bundesschützenkönig, dem mit Hans Sattel (Ortenau), Joachim Zimmermann (Freiburg) und Michael Fuchs (Auenheim) weitere Südbadener im Laufe der Jahre folgten.

Aber auch in jüngerer Zeit können wir mit Stolz auf südbadische Schützinnen und Schützen blicken, die auf internationalem Parkett deutsche Farben hervorragend vertreten: Kathrin Jerg, Pistole, Tanja Schmitt (beide Endingen), Gewehr, Claudia Verdicchio (Freiburg), Pistole, Johann Zähringer (Zastler), Gewehr, Jürgen Billharz, Gewehr, und Viktor Popov , Bogen, (beide Freiburg), Lars Ühlin (Weil), Pistole, Andreas Wunsch (Baden-Baden), Gewehr, Christian Lusch (Eisental), Gewehr, Klaus Hildebrand (Brigachtal), Gewehr, Ralf Schüler (Pfaffenweiler), Gewehr und Armbrust, Tina Knöbel (Villingen), Heiko Herling (Überlingen), Uwe Kopp (Renchen), alle Bogen, Tanja Heber, Vorderlader, Markus Schmidt (beide Daisendorf), Vorderlader und  unser OSP-Teilnehmer bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta und 2000 in Sydney: Daniel Leonhard (Schluchsee).
Ganz besonders zu erwähnen sind unsere 4 Olympiateilnehmer für die Olympischen Spiele in Athen 2004: Claudia Verdicchio (Pfaffenweiler), Pistole, Abdullah Ustaoglu (Riegel), Pistole, Christian Lusch (Bühl-Eisental), Gewehr, Dorothee Bauer (Bühl-Eisental), Gewehr.

Bei diesen  Olympischen Spielen errang erstmals ein südbadischer Schütze eine Medaille. Christian Lusch (Bühl-Eisental) gewann in der Disziplin KK-Liegend die Silbermedaille am 20.08.2004 in Athen.

Fünf Sportler, Christian Lusch (Eisental), Abdullah Ustaoglu (Weil/Riegel), Claudia Verdicchio (Pfaffenweiler/March), Eva Friedel (Münstertal) und Claus Hildenbrand (Brigachtal) bereiteten sich im TopTeam des DSB für die Olympischen Spiele 2008 in Peking vor.
Christian Lusch schied mit 1 Ring Rückstand auf den Drittplatzierten bei der Vorausscheidung aus dem TopTeam aus. Auch Abdullah Ustaoglu, Eva Friedel und Claus Hildenbrand konnten sich nicht gegen ihre Konkurrenz durchsetzen.
Claudia Verdicchio wurde vom DOSB zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking nominiert.

Erfreulich war für den Südbadischen Sportschützenverband im Jahr 2009, die sportlichen Erfolge und Platzierungen bei den Welt-, Europa- und den Deutschen Meisterschaften. Vor allem im Jugend- und Juniorenbereich, mit Patricia Suhm und Dominik Boschenrieder wurden sehr gute Platzierungen erreicht.

Diese Erfolge sehen wir u.a. in einer intensiven und durchgängigen Schulungsarbeit begründet.

Die Förderung des Spitzen- und des Breitensports, im gleichen Maße aber auch Tradition und Schützenkameradschaft zu pflegen, dies hat sich der Südbadische Sportschützenverband e.V. zur obersten Aufgabe in den Jahrzehnten seines Bestehens gemacht.

Aufgabe von heute und morgen wird es sein, diese Maxime beizubehalten und dazu noch all das zu erfüllen, was man von einem modernen zukunftsorientierten Sportverband erwartet. Dieser Anforderung stellt sich der Südbadische Sportschützenverband e.V., mit all seinen Gremien, ganz bewusst.